Frauen verdienen im Tennis immer noch weniger, obwohl sie dieselbe Leistung bringen. Hier ist der Deal: Sponsorengelder, Medienpräsenz und Preisgelder sind nach wie vor stark geschlechtsspezifisch verteilt.
Erstens: Die TV-Rechte. Männer-Matches werden zu Spitzenzeiten ausgestrahlt, Frauen-Matches landen im Nebenfenster. Zweitens: Die Sponsoren. Marken setzen ihr Geld lieber auf das „große” männliche Publikum, obwohl die weibliche Fangemeinde genauso kaufkräftig ist. Drittens: Die Turnier-Organisationen. Sie verteilen Preisgelder nach veralteten „Traditionen”, nicht nach tatsächlicher Marktwertschätzung.
Einige Spielerinnen stehen vor finanziellen Engpässen, weil sie nicht genug verdienen, um sich ein gutes Team zu leisten. Das wirkt sich direkt auf die Spielqualität aus – weniger Trainer, weniger Reisen, weniger Technologie. Und das ist kein Zufall, das ist ein Kreislauf.
Im Jahr 2023 betrug das durchschnittliche Preisgeld der Top-10-Frauen rund 70 % des männlichen Äquivalents. Das ist nicht nur eine ungerechte Statistik, das ist ein Signal, dass das gesamte Ökosystem schief läuft.
Einige Grand-Slam-Turniere haben die Preisgelder bereits gleichgestellt – ein Schritt, der mehr Aufmerksamkeit verdient. Doch das bleibt ein Ausreißer, kein Trend. Viele Verbände halten an „historischen” Verteilungen fest, als wäre das ein Sakrament.
Hier kommt die Realität ins Spiel: Wenn Medien Frauen kaum zeigen, dann gibt es keine Nachfrage, und wenn es keine Nachfrage gibt, dann gibt es keine Werbung. Das ist ein Teufelskreis, den man nur durchbrechen kann, wenn man bewusst mehr Sichtbarkeit schafft.
Der erste Schritt: Turnierleiter müssen Preisgelder sofort angleichen, ohne Ausreden. Zweitens: Medienpartner sollten Frauen-Matches in Hauptzeiten platzieren. Drittens: Sponsoren müssen ihr Budget neu justieren und die Gleichstellung als Markenwert nutzen. Und hier ist, warum das sofort passieren muss: Der Markt hat bereits gezeigt, dass Frauen-Tennis ein profitabler, engagierter und wachsender Sektor ist.
Ein praktischer Move: Jeder, der im Tennis-Business sitzt, sollte die aktuelle Preisgeld-Statistik mit dem Link https://tennisfinale.com/article/tennis-gleichstellungsdebatte/ prüfen und sofort ein Schreiben an den jeweiligen Verband schicken, das klare Fristen für die Gleichstellung fordert.